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Pressemitteilungen

November 2013

Notarkammern warnen vor betrügerischen Gebührenbescheiden nach der Eintragung ins Handelsregister

Betrüger fordern derzeit wieder verstärkt Unternehmer im Zusammenhang mit Handelsregisteranmeldungen zur Begleichung von scheinbaren Gebührenbescheiden auf, die in Wirklichkeit nicht von den zuständigen Gerichten und Behörden stammen. Auch Angebote über vermeintlich zwingende Eintragungs-pflichten in diverse Register und Bücher, die tatsächlich jedoch weder amtlich noch verpflichtend sind, erfreuen sich bei dubiosen Anbietern großer Beliebtheit. Gerade Jungunternehmer und unerfahrene Unternehmensgründer sind in das Visier der Täter gerückt.

Wenn der Start des eigenen Unternehmens bevorsteht, gilt es für Jungunternehmer eine Vielzahl an Herausforderungen zu meistern: Zahlreiche bürokratische Hürden sind zu überwinden, neue Mitarbeiter müssen gesucht werden und nicht zuletzt ist auch die eigene Erfolgsstrategie stets im Blick zu behalten. Da verwundert es nicht, wenn Existenzgründer in der Startphase leicht den Überblick verlieren und ihnen das ein oder andere Schreiben „durch die Lappen geht“. Gerade Rechnungen, die angeblich für die kürzlich erfolgte Eintragung des Unternehmens ins Handelsregister ausgestellt sind, werden ohne hinreichende Überprüfung gezahlt. Die Täuschung bemerken die Unternehmer oft erst dann, wenn schon beträchtliche Summen „ins Leere“ geflossen sind und ihnen die offizielle Rechnung der Landesjustizkasse übersandt wird.

 

„Mit jeder Handelsregisteranmeldung wird zugleich eine elektronische Bekanntmachung im offiziellen Unternehmensregister des Bundesanzeiger Verlags ausgelöst, in dem veröffentlichungspflichtige Daten zentral und online abgerufen werden können“, erklärt Dr. Steffen Breßler, Geschäftsführer der Notarkammer Koblenz. „Das Unternehmensregister wurde im Jahr 2007 zur Zusammenführung von Unternehmensinformationen und Erreichung von mehr Markttransparenz eingeführt; allerdings machen sich Betrüger die amtlichen Veröffentlichungen auch gezielt zunutze und suchen auf diesem Weg nach Unternehmen, die vor kurzem in das Handelsregister eingetragen wurden“, so Dr. Breßler weiter.


Die vermeintlich amtlichen Rechnungen werden zumeist in behördenähnlich gestalteten Schreiben – auf Umweltschutzpapier und mit einem Wappen oder Logo versehen – versandt. Sie erwecken so gekonnt den Eindruck, tatsächlich von den zuständigen Landesjustizkassen oder dem Register selbst zu stammen. In Rheinland-Pfalz war in den letzten Monaten beispielsweise das “Handels- und Gewerberegister” mit angeblichem Sitz in Koblenz und anderen Orten besonders aktiv, das in seinen Schreiben den Eintragungstext aus dem echten Handelsregister wiedergibt und mitteilt, man habe den “Firmendatensatz” in das “elektronische Zentralregister der DHR / Handelsregisterbekanntmachungen” aufgenommen. Das Unternehmen droht im Falle der Nichtzahlung der Rechung über ca. 400,- Euro mit einer “Löschung der Daten”, falls nicht innerhalb von sieben Tagen gezahlt werde. Eine “Neuaufnahme” könne erst “nach 12 Monaten erneut beantragt werden.”


„Der einzige ”Nutzen”, der hier bleibt, ist der Gewinn für die Betreiber eines solchen nichtoffiziellen Registers.“ sagt Dr. Breßler. Er rät zu einer genauen Prüfung: “Wenn man nach einer Handelsregisteranmeldung von einer anderen Stelle als von dem beurkundenden Notar oder der Landesjustizkasse in Mainz eine Rechnung erhält, sollte man Vorsicht walten lassen. In Zweifelsfällen sollten sich verunsicherte Unternehmer immer bei der zuständigen Landesjustizkasse oder ihrem beratenden Notar die Echtheit einer zugesandten Rechnung bestätigen lassen.”

Pressemitteilung der Notarkammer Koblenz, 06. November 2013